Auf dem Weg in die Arbeit Radio gehört. Der Moderator kündigt an: Prince mit "Purple Rain". Was für ein Gänsehautstück! Was für eine Zeit damals. Aber mit den Worten:
"Vor zwanzig Jahren ein Top-Hit"
war es wie ein Schlag ins Gesicht. Irgendwas frisch und geradeso oberflächlich verheiltes brach da schlagartig wieder auf.
20 JAHRE! Das ist über die Hälfte meines bisherigen Lebens. Aber die 80er waren doch gerade erst!
20 Jahre - und was hab ich in der Zeit erreicht?
Welche Spuren hab ich hinterlassen?
Oder wenigstens Weichen für künftige Spuren gestellt?
Was hab ich aus diesen 20 Jahren meines Lebens gemacht???
NICHTS!
Einfach nur in den Tag hinein gelebt ...
Wirklich???
Ich sollte mir "Pleasantville" nochmal aus der Videothek holen ...
dass Träume Schäume sind. Besonders wenn man träumte, dass Cheffe mit Gehaltserhöhung kam ...
oder in selbiges gefallen wäre der Workshop heute beinahe. Hätte er für mein Empfinden besser tun sollen.
Wenn das Thema "Fotografieren im Winter" ist, es zwei Tage vorher jedoch +20° C draußen hatte und sich die Sonne in der vergangenen Woche kaputt gekämpft hat - kann die Veranstaltung nur noch ein Krampf werden.
Okay, es gab die Option "in Richtung Berge" zu fahren. Ist ja eigentlich nicht soo wild. Wenn heute nur nicht "Samstags-ist-Bettenwechsel" gewesen wäre. So erreichten wir unser Ziel - die Schneelandschaft - doch schon nach zwei Stunden mehr Stop als Go. In stömendem Regen. Der Parkplatz glich einer Eisbahn, die mit Schlittschuhen sicherer zu betreten gewesen wäre.
Aber der Fotograf als solcher ist ja hart im nehmen und im allgemeinen auch recht kreativ.
Hej, lasst uns in die Hüttn einkehrn, die Mittagspause vorziehn und sehn, ob's trockner, vielleicht sogar sonnig wird oder der Regen wenigstens in Schnee übergeht. Temperatursturz war ja angesagt.
Essen war deftig lecker. Regen hörte auf. Himmel blieb Riesendiffuser. Der Weg ins Tal war nahezu ebenso vereist wie der Parkplatz. Glatt wiad Sau.
Vorgeschädigt von meinem Unfall vor acht Wochen verging das letzte Fünkchen Lust in der chronischen Sorge um die Ausrüstung - und speziell die geliehene Cam.
Irgendwann kam doch noch ein klein wenig Lust auf, die Theorie in Praxis anzuwenden. Naja, und wenn man schon mal da ist ... will man ja auch nicht ganz ohne Bilder heim kommen.

Der Kameratest als solcher ist nicht so schlecht ausgefallen wie der Workshop.
Sie liegt super in der Hand. Viele "Knöpfe" hab ich ohne großes Suchen gefunden. Andere waren nach dem Blick ins Handbuch schnell intus und die Bildauswertung ist auch schon fast abgeschlossen. Die Bildqualität ist überhaupt kein Vergleich zu der von unserer Fuji (von deren BQ ich absolut enttäuscht war).
Und dann nicht zu vergessen: Der Blick durch einen richtigen Sucher! Und kein projeziertes Display! Das ist so unvergleichlich ... Ist eben SLR! Ohne Kompromisse.
Leider regnete es nach Rückkehr auch hier. So mussten Flughafen bzw. Lieblingsbrücke für heute ausfallen. Weitere Tests sind aber natürlich für morgen geplant. Bericht folgt hier. Drückt mir die Daumen für trockenes Wetter.
Eigentlich kannte ich den Film ja schon. Hatten ihn im Flieger nach USA vor ein paar Jahren gesehen. Von der Erinnerung her: kitschig aber nett.
Und jetzt? Seltsam berührt. Immernoch kitschig aber der tiefere Sinn, die Botschaft passt so plötzlich wie die Faust auf's berühmte. Wie sich doch die persönliche Situation und damit die Empfänglichkeit für Botschaften ändert.
Menschen verändern sich.
Das Leben ist Veränderung.
Nichts legt fest, wie das Leben sein sollte.
Pleasantville.
Ich glaub, ich hab das Fotografieren verlernt. Zumindest hab ich die Sorge darum.
Da werd' ich mir für's Wochenende 'ne digi Spiegelreflex ausleihen, um sie vor evtl. Kauf zu testen, und ich hab null Idee, wo ich denn was auf den Chip bannen könnte (mal abgesehen von dem [ja, wieder einmal] Fotoworkshop am Samstag) ...
Wie testet man eine Kamera???

