
für Frau Crossroads & Co. ;o))
[edit] Was bin ich heute für ein Schussel. Sollte natürlich Frau Crossroads & Co. werden
Nun liegt 2003 in den letzten Zügen. Im Nachhinein fühlt es sich irgendwie komisch an. Aber warum, kann ich nicht sagen. Vielleicht einfach nur, weil ich ungerade Zahlen nicht so sehr mag. Schaue auch lieber vorwärts als zurück.
Aber wenn ich mal kurz zurück schaue, freue ich mich spontan über diese Dinge:
Dass ich am Jahresanfang das Fotografieren als Hobby entdeckt habe,
dass ich im Frühjahr wieder aus meinem Schneckenhaus heraus gefunden habe,
dass der Sommer uns wettertechnisch sowas von verwöhnt hat,
dass der Herbst mir einen fantastischen Urlaub beschert hat (wie schon lang nicht mehr) und
dass ich zum Ende des Jahres die Welt der Internet-Tagebücher/-Notizzettel/-Gedankensammlungen kennenlernte, damit auch schon ein paar sehr nette neue Bekannte fand und vor 28 Tagen nach einer Beobachtungsphase meinen eigenen Blog eröffnet habe.

Große Pläne für 2004 hab ich genauso wenig wie gute Vorsätze. Ich lass es auf mich zu kommen und versuch einfach, das beste draus machen.
All meinen Besuchern wünsch ich für's neue Jahr nur das Beste. Was es für jeden einzelnen ist, mögt ihr/mögen Sie selbst entscheiden.
In diesem Sinne: P R O S I T !!!

Zum Beweis hier ein paar Positionen meines heutigen Jahresendeinkaufskassenbons:
2 Ds. Thunfisch in Öl (1 stand auf dem Einkaufszettel, für Salat)
1 Glas Rollmöpse (standen auf dem Einkaufszettel)
1x Heringsfilet in Sahnesoße
1x Graved Lachs
1x Forellenfilets ...
Und das ganz allein, ohne "Einkaufsberater". Ohne auffällige, verkaufswirksame Sonderplazierungen. Ganz ohne Hunger. Einfach so.
Bin ich krank? Muss ich anfangen, an mir zu zweifeln? Ist das Jahr jetzt wieder rum, dass mein Körper so Zeugs verlangt?
Vor zwei Wochen stürzte ich ja in einen tiefen seelischen Abgrund. Dann hangelte ich mich selber wieder heraus. Aber zeitgleich mit dem Abklingen der seelischen Finsternis erstarkte meine momentan aktuellste körperliche Schwäche - chronische Verspannungen und Blockierungen in immer dem selben Bereich - zu einem derart klaren, die Bewegung einschränkenden Schmerz, wie ich ihn lange nicht erlebt hatte. Und der Zusammenhang war eindeutig! Und auch klar, denn die Ursache für den seelischen Schmerz war ja nur beiseite geschoben und nicht aufgelöst. Also wandelt er sich in einen körperlichen. Und dort sitzt er jetzt.
Aber letztens passierte noch etwas. Ich wachte nachts von einem Alptraum auf. So heftig, wie ich lange nicht geträumt und schon gar nicht Alp geträumt hatte. Dieser Traum deckte sich zu 80% mit meinem als "ganz sauren Apfel" bezeichneten Abgrund. Und am Morgen danach waren meine Verspannungen/Blockierungen deutlich schwächer ...
Nein, meine seit Jahren regelmäßig an Heiligabend eintreffende Weihnachtsgrippe hat mich dieses Jahr verschont. Ich wurde bisher regelmäßig an Heiligabend krank. Mit Temperatur und körperlicher Schwäche, so dass ich eigentlich im Bett hätte bleiben müssen. Dieses Jahr war's anders. Und ich weiß, warum!
Wenn zwei innerlich sehr unsichere Leute unfreiwillig aufeinander treffen, miteinander auskommen müssen und Jahre lang immer nur Angst davor haben, etwas falsch zu machen, permanent überlegen, was der andere von einem erwartet, dadurch immer denken, alles falsch zu machen, jedes Wort des anderen auf die Goldwaage legen und falsch verstehen, weil einfach die Grundeinstellungen zu verschieden sind, dann kann es unter Umständen, wenn dann mal einer der beiden versucht aus dem Teufelskreis des in-sich-hinein-Fressens auszubrechen, dazu kommen, dass es eine zerstörerische Explosion gibt, nach der nur noch ein Haufen Schutt übrig bleibt.
So geschehen letztes Weihnachten. Ich versuchte vorsichtig zum ersten Mal, etwas aktuelles aus-/anzusprechen. Es war schon lange fällig, überhaupt mal zu reden. Aber es war viiiel zu spät. Es ergab einen vulkanartigen Megakrach, der nach diversen heftigen, teils unüberlegten weil sehr emotional geprägten Worten, einem getrennten Spaziergang beider Parteien, diversen Beteuerungen, dass ICH dieses Ende NICHT will, darin gipfelte, dass ich nicht mehr kommen brauche. SIE hat einfach dicht gemacht und wollte nicht mehr. Eben zu viel zu lange in sich reingefressen in den letzten Jahren.
Die böse (noch immer nicht offizielle!) Schwiegertochter braucht nicht mehr zu kommen.
Aus diesem Krach ging ich jedoch gestärkt heraus. Die Weihnachtsgrippe war fast im Keim erstickt und ich fühlte mich schon während des Spaziergangs plötzlich gesund, als könnte ich Bäume ausreißen. Und ich war so zuversichtlich, dass wir zu einem positiven Schluss kommen würden, denn es wurde endlich mal etwas ausgesprochen. Schade, dass nix mehr zu retten war.
Aber, auch wenn es sich immer mal wieder komisch anfühlt, es geht mir trotzdem SO wesentlich besser als vorher! Denn ich hab auch begriffen, dass meine alljährliche Weihnachtsgrippe aus der Angst vor IHR entstand.

